THERAPIEHUND

Der Samojede als Therapie- oder Besuchshund

Es sind inzwischen schon einige Samojeden aus unserer Zucht im Einsatz als Therapie- oder Besuchshunde. Dies ist nicht ihre Hauptarbeit da sie nur bis zu 3 x wöchentlich ausgeübt werden sollte. Aber mit Sicherheit eine ernst zu nehmende und verantwortungsvolle Aufgabe.

Ein Therapiehund wird gezielt in einer tiergestützten medizinischen Behandlung (beispielsweise im Rahmen einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-Sprechtherapie oder Heilpädagogik) eingesetzt wird. Der geschulte Mensch setzt den Hund in der therapeutischen Behandlung gezielt ein. Er ist abzugrenzen vom Assistenzhund, der als ständiger Begleithund für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen ausgebildet und eingesetzt ist. Der Besuchshund wird von Fachpersonal oder auch Ehrenamtlichen geführt, um soziale Kontakte von pflegebedürftigen Menschen o. ä. zu erhalten. Sie arbeiten nicht im therapeutischen Sinne, sondern auf sozialer Ebene.

 

b0a39dfeee1fdcf56295f96b282f70aa  Inwieweit eignet sich der Samojede für diese Arbeit?  

Sicher bringt die Rasse des Samojeden gute Voraussetzungen mit für diese Arbeit, denn sie sind schon seit tausenden Jahren Begleiter des Menschen und haben sich an das Sozialleben des Menschen angepasst, arbeiteten eng mit dem Menschen zusammen (als Schlitten-, Jagd-, Hüte-, Begleithunde). Entscheidend ist jedoch immer das Individuum. Charaktereigenschaften wie ein sicheres, ruhiges Wesen, geringe Aggressionsbereitschaft, Führigkeit, Freundlichkeit und soziales Verhalten. Nervöse, wehleidige, überängstliche Hunde sind ungeeignet. Aggressive und scheue Samojeden sollten laut Standard sowieso von der Zucht ausgeschlossen werden. Bei der Therapiehundearbeit kommt es besonders auf eine sehr gute Mensch-Hund Bindung an, auf das Interesse am Menschen, wenig Misstrauen gegenüber Fremden oder territoriales Verhalten.Und nicht zuletzt muss er gesund und schmerzfrei sein, da Schmerzen auch beim nettesten Hund aggressive Reaktionen auslösen können. Mancher Samojede neigt zum bellen, notorische Kläffer sind aber ungeeignet.

Samojeden nehmen jeden Menschen ohne Beachtung seiner körperlichen oder geistigen Fähigkeiten wertfrei an. Auf viele Kinder und Erwachsene strahlen sie allein durch ihr Aussehen eine besondere Faszination aus.

winking sam  Der lachende Samojede – ein Hund mit Empathie:

Mit hohe Sensibilität gegenüber Stimmungen, der Fähigkeit die Emotionen anderer wahrzunehmen, zu verstehen und entsprechend mitfühlenden Reaktionen.

Samojeden und Menschen verbindet eine lange gemeinsame Entwicklungsgeschichte. Es spricht einiges dafür, dass diese Hunde Strategien entwickelt haben, um auch menschliches Verhalten empathisch zu deuten, sich besonders gut in Menschen einfühlen zu können. Schließlich stammten Hunde von Wölfen ab – und müssten sich als Rudeltiere von Natur aus in ihre Artgenossen einfühlen. Im Laufe der Domestikation haben Samojeden genügend Zeit gehabt zu lernen, sich in ihre neuen Anführer, die Menschen, einzufühlen. Zudem hat die Zucht dazu geführt, dass diverse kognitive Fähigkeiten stärker gefördert wurden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Züchter Tiere selektierten die auf den Menschen eingehen konnten. Samojeden sind mit sozialer Kompetenz ausgestattet, können sich damit in den unterschiedlichsten sozialen Gruppen angemessen, sicher und frei bewegen. Vorausgesetzt man gibt ihnen die nötige Sicherheit, nimmt sie in ihrem Wesen ernst und entspricht ihrem natürlichen Anspruch auf Gemeinschaft. Samojeden sind keine Hunde die uns untergeordnet bedingungslos gehorchen, wir sollten viel mehr daran arbeiten, dass unsere Hunde uns freiwillig und gerne Folgschaft leisten. Hier kommt uns die positive Ausstrahlung und die sogenannte soziale Intelligenz des Samojeden zugute, also seine „Fähigkeit, andere zu verstehen, sein tiefes Vertrauen füreinander, sowie die Fähigkeit sich situations-angemessen und klug zu verhalten. Sie können besonders gut mit Artgenossen und Menschen kommunizieren, erkennen und verstehen soziale und kommunikative Hinweise von Menschen wie Blicke oder Fingerzeige.

b0a39dfeee1fdcf56295f96b282f70aa  Der Samojede gehört zu den aktiven Therapiehunden. Er bringt eigene Spiel-Ideen mit, besitzt einen starken Aufforderungscharakter und ist geeignet zur Motivation, so finden beispielsweise Menschen mit Angst häufig einen schnellen Zugang zum Samojeden.

Samojeden haben den Vorteil, dass Allergiker gut mit diesen Tieren zurecht kommen. Die Disposition besteht in aller Regel nicht auf das Haar an sich, sondern das Eiweiß an der Haarwurzel und Schuppen. Der Samojede besitzt aber ein leicht fettiges Fell (ohne den üblichen Hundegeruch), fallen zudem keine oder wenige Haare aus, wird keine oder eine geringe Reaktion ausgelöst.

b0a39dfeee1fdcf56295f96b282f70aa  Wirkungsweisen:                                                                                                                   Kontakt mit Hunden kann die Fähigkeit verbessern, Emotionen zu erkennen. Wie eine interdisziplinäre Forschungsgruppe unter der Leitung von Psychologen der Uni Wien zeigte, waren Teilnehmer nach einem Training mit Hunden besser in der Lage, Wut, Angst und Ekel in menschlichen Gesichtern zu identifizieren. „Wenn man sich darauf konzentrieren muss, wie es einem Lebewesen geht, mit dem man nicht sprechen kann, überträgt sich das auch auf die menschliche non-verbale Kommunikation“, erläuterte Glenk. Die Wirkung im physischen Bereich: Motorische Aktivierung, Blutdrucksenkung und Schmerzlinderung.

Diese Arbeit eröffnet neue Wege in der Betreuung und Therapie von Menschen, die sich den Kontaktwunsch mit Tieren nicht (mehr) eigenständig erfüllen können: Menschen in Pflegeheimen, Menschen mit Behinderungen, Patienten psychiatrischer Einrichtungen, Kinder.

b0a39dfeee1fdcf56295f96b282f70aa  Arbeitsfelder der Therapiehundearbeit                                                                    Die Arbeitsfelder der Therapiehundearbeit sind so vielfältig wie Ihre Wirkungsbereiche, denn sie sprechen Menschen aller Altersstufen mit verschiedenen Handicaps oder in unterschiedlichen Entwicklungsphasen an.  Nachfolgend nur einige Beispiele:

paw  Einsatz in Schulen, Horten, Kindergärten usw.

Kindergartenbesuch

Eine Publikation wie Hunde das Klassenklima verbessern, sei diese Woche, laut Vienna.at, mit dem Verhaltenswissenschaftler Kurt Kotrschal vorgestellt worden. Kotrschal hätte heraus gefunden, wie schwierige Kinder durch Hunde in den Klassenzimmern weniger laut, sozial verträglicher und ruhige Kinder sich durch Hunde mehr mitteilen würden. Diese Publikation würde zudem auf andere Studien hinweisen, die belegen, dass durch Hunde im Unterricht die Empathie-Fähigkeit der Kinder gesteigert würde und sie in verunsichernden Situationen geringer gestresst wären.

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Da der Samojede etwas größer ist fördert er einen respektvollen Umgang und eignet sich daher gut für den Einsatz an Schulen bzw. die Arbeit mit Kindern und/oder Jugendlichen. Ein kleiner Hund würde von den Heranwachsenden in die „Puppenecke“ gestellt.

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Hier steht für mich im Vordergrund die Angst zu nehmen und Wissen zu vermitteln. Immer mehr Kinder haben besondere Schwierigkeiten in ihrem Sozialverhalten. Es war erstaunlich zu sehen, wie sehr sich die Kinder Mühe geben um mit einem Samojeden zu kommunizieren damit er einen Befehl ausführt, sie müssen lernen sich selbst dabei zurück zu nehmen, denn Druck hilft ihnen bei dieser Rasse nicht weiter. Auch beim Hund müssen Regeln beachtet werden, sie müssen verstanden werden, lassen sich aber später leicht auf andere soziale Situationen anwenden.

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paw Einsatz als Behindertenbegleithund

Im Zentrum steht das Mensch-Hund-Team. Je besser die Mensch-Hund-Bindung ist, um so mehr vermag der Hund für den Betroffenen zu leisten.
Basale Stimulation, Entspannung durch kuscheln, Spastiken lockern durch Lagerung am Samojeden oder den Kopf auf den Hunde-Bauch legen.

 

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Der Hund sucht das Leckerchen in der Hand oder Körper-nähe , er leckt z. B. Leberwurst vom Arm und lockert dabei bestimmte Körperstellen. Spielzeug wird gerollt. Die Betreffenden fühlen Körper-grenzen und lassen Körper-nähe zu.

 

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Konzentrationsfördernd: Der Behinderte konzentriert sich auf den Samojeden, die Übungen werden langsam länger ausgeführt. Die auditive Wahrnehmung (Sinneswahrnemung) wird gefördert, z. B. wenn der Samojede mit einem Glöckchen am Halsband herumläuft und geortet werden muss. Die Förderung der visualen Wahrnehmung durch Beobachtung dessen was der Hund macht oder im dunkeln wenn er ein Leuchthalsband trägt und sich bewegt.

paw  Einsatz in Senioren-Einrichtungen

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Bei der Arbeit mit den Senioren steht der möglichst enge Kontakt zum Hund im Vordergrund. Der wird mittels Leckerli hergestellt. Dabei soll der Hund nicht nur das Leckerli manierlich aus der Hand nehmen und dann wieder verschwinden, sondern sich anfassen, streicheln und vielfach drücken lassen.

Das Bedürfnis der Senioren nach körperlichem Kontakt, Streicheleinheiten und verbaler Kommunikation ist groß. Nähe, Empathie, Trost durch Körperkontakt, verdrängte Emotionen werden heraus gelassen, der Samojede als Zuhörer, Freund, Geheimnis-Bewahrer. Er wertet und verurteilt nicht. Zaubert ein Lächeln auf manches Gesicht.

Die Hunde wirken als Ventil. Sie verbessern die Stimmung, erzeugen klare Gedanken oder deutliche Worte, setzen Sprachzentren in Gang, motivieren verkrampfte Muskeln oder den ganzen Körper zu bewegen. Es führt zur Aufhebung der Isolation, denn der Hund bietet Gesprächsthema losgelöst von Krankheit und Diagnose, auch über die Zeit des Besuches hinaus. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, denn der Patient hilft den Samojeden zu versorgen, er fühlt sich dadurch gebraucht und nützlich. Manche ältere Menschen öffnen sich allerdings erst nach sehr langer Zeit für ein Tier, viel Geduld und Einfühlungsvermögen sind also notwendig.

Was so einfach aussieht hat seine Tücken. Die vielen gut gemeinten Liebkosungen können für den Hund auch argen Stress bedeuten. Dazu kommt die räumliche Enge, technische Geräte, ungewöhnliche Bewegungen und Geräusche, viele Gerüche (z. B. Speisereste an Bettlaken, Kissen, Kleidung, Rollstühlen, Fußboden und Essen auf dem Tisch. Therapiehunde, die medizinische Einrichtungen besuchen, haben im Vergleich zur restlichen Hunde-Population ein erhöhtes Risiko, Träger von Erregern zu sein, also von Infektionen, die vor allem in Krankenhäusern vorkommen (laut Studie um das ca. 3 – 5-fache).                           

b0a39dfeee1fdcf56295f96b282f70aa  Die Ausbildung zum Therapiehunde-Team

Es in Deutschland inzwischen zahlreiche Angebote mit sehr unterschiedlichen Inhalten und Qualitäten. Außer verschiedener Ausbildungseinrichtungen bietet das Deutsche Rote Kreuz Kurse an.
Leider ist vieles sehr unübersichtlich. Einen guten Überblick über Inhalte, die eine solche Ausbildung beinhalten sollte findet man in folgenden Büchern: Inge Röger-Lakenbrink: „Das Therapiehunde-Team“, Anja Camen Müller & Gabriele Lehari „Der Therapiehund: Vor, während und nach der Ausbildung“ oder  von Erhard Olbrich & Carola Otterstedt „Menschen brauchen Tiere / Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik und Therapie“.

Die wesentlichen Charaktereigenschaften eines Hundes werden schon in sehr frühen Entwicklungsetappen geprägt. Bis zur 16 Lebenswoche werden die wesentlichsten Grundlagen für das gesamte Leben gelegt. Deshalb ist bei der Auswahl eines Welpen oder Junghundes für die Ausbildung von Vorteil einen Züchter zu finden, der mit dem nötigen Wissen ausgestattet, Elterntiere mit sehr gutem Charakter verpaart, die Welpen schon frühzeitig auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitend prägt.
Denn hier wird bereits der Grundstein gelegt. Die Welpen sollten nicht nur separat in einem Raum, im Haus oder nicht nur draußen im Zwinger aufgezogen werden, sondern soviel wie möglich kennen lernen. Dazu gehört auch ein sogenannter Abenteuerspielplatz. Dort liegen die verschiedensten Bodenbeläge: Sand, Kies, Betonplatten, Holz, Gras, Erde und dm. Als Einrichtungsgegenstände gibt es z. B. Sträucher, Bäume, große und kleine Steine, Tunnel, kleine Gräben, Brücken, Baumwurzeln, Bälle, Ringe usw. Im Idealfall haben sie auch ab einem bestimmten Alter Kontakt zu verschieden alten Artgenossen die sie mit erziehen und/oder beaufsichtigen. Die Mensch-Tier und Tier-Tier-Bezogenheit ist eine wichtige Komponente.

Sie sollten zusammen mit dem Züchter, der die einzelnen Charaktere genau kennt, einen geeigneten Welpen aussuchen.

Ab etwa der 8. Lebenswoche können die Welpen vorsichtig an größere Außenreize gewöhnt werden zum Beispiel an Pferde, Hühner, Enten, Kühe, Schafe, Fahrräder, Autos, Motorräder, Brücken, Aufzüge, Roller, Rollstuhlfahrer. Dabei muss man aber unbedingt schrittweise vorgehen, man darf den Hund ja nicht überfordern, das Motto sollte sein möglichst täglich eine Neuigkeit erfahren und sei sie noch so klein, aber das schon Bekannte dabei nicht vergessen.

Das Lernbedürfnis des Samojeden-Welpen ist groß und wird durch seine naturgegebene Neugier unterstützt. Freundlichkeit, Konsequenz und Lob sind die Grundlage unserer Beziehung zu ihm. Er lernt besser und bleibender, wenn er nach erfolgreicher „Arbeit“ gelobt und belohnt (Leckerli) wird. Das schafft ein fröhliches, vertrauenerweckendes Klima. So bekommen wir einen lern-freudigen Samojeden.
Therapiehunde müssen nachweislich frei von Parasiten sein. Eine vierteljährliche Entwurmung ist zwingend. Die maximale Arbeitsauslastung eines Therapiehundes beträgt pro Tag 60 Minuten aber nicht öfter als dreimal in einer Woche. Werden mehrere Hunde eines Rudels bzw. andere Tiere gleichzeitig eingesetzt, und können sich die Hunde zwischenzeitlich zurückziehen, kann die Arbeitszeit bis zwei Stunden pro Tag betragen.
Bei solch intensiver Arbeit ist entsprechender Ausgleich unerlässlich. Das heißt täglich ausgiebiges spielen und toben mit seinem Menschen oder eine Stunde im Rudel laufen und toben.

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button_heart_pink   Zwei Hündinnen die schon seit viele Jahre als Therapiehunde arbeiten:

 

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Peppy ONIDA läuft wirklich mit Pepp

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Eine interessante Homepage-Seite zum Thema von Marina Arend Kennel: „von den fidelen Pfoten“ u.a. mit ihren Samojeden und PEPPY ONIDA BEAUTIFUL OF WHITELINE:                                                                                                                     Therapiehunde – wenn Hunde zur Arbeit gehen: http://www.fidele-pfoten.de/therapiehund.htm

 

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button_heart_pink   Gearbeitet als Therapiehund und jetzt hin und wieder Besuchshund:

 

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button_heart_pink    In Ausbildung zum Therapiehund:

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ZI LEOTIE EVE BEAUTIFUL OF WHITELINE

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