6: SPORT

 
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SAMOJEDE UND SPORT     Textcophyright: M. Arend und A. Weiss 

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© The American Kennel Club, Inc. ( Auszug aus: AKC MEET THE BREEDS®: Samoyed) Bright and alert, he likes to stay busy and enjoys participating in agility, herding, weight pulling, sledding, pack hiking, conformation shows and more! Reindeer herder; Sled dog; Multi-purpose dog

Samoyed Club of America SCA Working Title Program 2013                                                   REDFLOAT1 https://www.youtube.com/watch?v=4XUd0LYxuzE

 
Lebhaft und aufmerksam, er liebt es beschäftigt zu werden und genießt in Teilnahme an agility (agilität), hüten, Gewicht ziehen , Hundeschlitten fahren, wandern mit Packtaschen, Zuchtschauen und vieles mehr! Rentier Hüter, Schlittenhunde , Mehrzweck- Hunde.
                    
               
                         Warum die Unterteilung in verschiedene Sportarten?        
 
                  Für mich ist der Samojede vom Ursprungscharakter her ein
                        ALLROUNDER = Sportlicher Schlitten-Begleit-Hund
 
 
 
                      tiere_c2eb274a66feeb39e8430690362d8c18      Was bedeutet eigentlich Allrounder?
 
Es kommt vom englischen all-rounder = Multitalent. Ein Sammelbegriff für das Talent / die Eigenschaft vielseitig veranlagt zu sein, die Bereitschaft mit zu machen, anpassungsfähig zu sein. Sowohl ein fleissiger Helfer, für Arbeit, Sport und Spiel, als auch ein liebevoller Familienhund zu sein.

                       tiere_c2eb274a66feeb39e8430690362d8c18      Woher kommt diese Eigenschaft?

Die Samojedenhunde lebten in Nordsibirien bei dem Stamm der Samojeden – das sind Nomaden. Der Samojede zählt zwar zu den nordischen Schlittenhunden, aber für das Volk der Samojeden war er viel viel mehr, als nur ein Schlittenhund. Er war ihr treuer Gefährte in allen Lebenssituationen, im Kampf ums Überleben in diesen unwirtlichen Regionen, zählte zur Familie und lebte mit und in der Familie. Er war Freund, Beschützer, Spielgefährte der Kinder (auch Kleinstkinder), er war Jagdgefährte, er hütete die Rentiere, war immer an der Seite seiner Menschen und machte alles mit, begrüßte freudig bellend jeden Ankömmling.

Die Samojeden -Hund wie -Nomaden sind sehr sehr freundlich. Er war dort nicht einfach nur Hund, sondern wirklich ein Gefährte, den man achtete und behandelte wie einen Freund. Er wurde nicht außerhalb des Nomadenzeltes irgendwo angebunden, wie es bei den anderen Schlittenhunden üblich war. Er schlief mit im Zelt und wärmte seine Menschen. Und wenn einmal das Lager abgebrochen werden mußte und das Nomadenvolk weiterzog, dann wurden manchmal die Hunde mit eingespannt, um Lasten zu ziehen. Schnell mußten sie dabei nicht sein, für den schnellen Transport hatten diese Menschen ja die Rentiere. Und eben dieses enge Zusammenleben der Hunde mit ihren Menschen prägte diese Rasse.
Samojeden sind sehr aktive Hunde, immer verspielt, sehr neugierig, wollen überall dabei sein und sind für alles zu haben, was Action bedeutet. Und wenn man sie als Partner behandelt und zu nichts zwingt, sondern die Freude am Arbeiten in ihnen weckt, macht ihnen jegliche Form von Hundesport (ausser natürlich der Schutzdienst) Spaß, arbeiten sie sich für ihren geliebten Menschen auf. Nur ausnützen darf man sie nicht, darf sie nicht drillen zu noch schnelleren Zeiten, noch besseren Punktzahlen.
Wer einen Samojeden besitzt, hat einen Hund, der immer zu Späßen aufgelegt ist und andauerndes Wiederholen von Übungen schnell zu langweilig wird. Dann drehen sie sich einfach weg und machen „Ihr Ding“ oder sie machen eben „Blödsinn“ in der Übung. Wenn man einen Samojeden besitzt, muss man eine gehörige Portion Spaß verstehen und sich auch selbst mal zum „Affen machen“ können. Dann hat man einen Gefährten, der freudig alles mitmacht – wie gesagt – Hauptsache Action
 
 
                      tiere_c2eb274a66feeb39e8430690362d8c18      Man muss Samojeden langsam aufbauen,
  
sei es beim Schlittenhundesport oder bei anderen Sportarten. Zu viel Druck ist Gift, Spiel, Auflockerung, viel Lob und kurze, aber „mit dem ganzen Herzen“ ausgeführte Übungseinheiten sind angesagt. Man muß den Samojeden auch am Schlitten führen können, die Freude am Arbeiten in ihm wecken können. Ich denke, so richtig funktioniert es eh nur, wenn man auch sonst viel mit seinen Samojeden macht, eine gute Bindung da ist.  

Möchten Sie den Samojeden als Schlittenhund halten und glauben die Ausbildung geht im Selbstlauf, da es ihnen ja im Blut stecken soll und dann klappt es nicht – was ist dann? Eignet sich der Samojede für Sportarten wie Breitensport, Obedience, Agility…?

             

     Die Eignung: Schlittenhund oder doch Allrounder?    

Ja natürlich. Vorausgesetzt der Hund hat einen mittelschweren Körperbau, ist gut ausbalancierten, mit einem geschmeidigen Körperbau wie es der Standart wünscht, mit kraftvoll freiem, mühelos erscheinendem Gangwerk und Sprungkraft.

Auf Grund seiner (Stammes)-Geschichte hat er Freude an gemeinsamen Aktivitäten mit seinen zweibeinigen Rudelgefährten, ist für „jedes Spiel“ zu haben, ist sehr intelligent und arbeitsfreudig und von schneller Auffassungsgabe.

Allerdings kann man nur durch geziehlte Zucht diese Anlagen erhalten und der Halter diese dann nur über positive Motivation fördern – jegliche Art von Zwang macht ihn stur.

Wenn man jedoch schnelle spektakuläre Läufe will, wenn man darauf versessen ist, immer auf dem Siegerpotest zu stehen, wenn man einen zackig arbeitenden Roboter ohne eigenen Willen neben sich will, an dem man rumfeilen kann für Punktehascherei…..dafür eignet sich der Samojede wirklich nicht.

Eignung oder Nichteignung, da gibt es tatsächlich Rassen die leichter zu führen sind im Breitensport, Agility oder Obedience o. a., aber dann muss man auch hinschauen und ehrlich sagen – da gibt es auch bessere Schlittenhunde die schnellere Zeiten fahren, die im Sommer kaum Training brauchen und im Herbst leichter und schneller aufzubauen sind, die nicht so anspruchsvoll und evtl. laut in der Ausbildung sind. 

Aber wenn man einen Hund an seiner Seite möchte, mit dem man sportlich aktiv sein kann, der alles mitmacht was Spaß macht, wenn man die Abwechslung liebt und den nötigen Hundeverstand hat, konsequent sein kann, die nötige Portion Geduld, Selbstdisziplin, und Durchhaltevermögen besitzt, ist der Samojede der Allrounder schlechthin. Seine natürlichen Instinkte kommen ihm insbesonder auch bei der Therapiearbeit und als Rettungshund (z. B. bei der Trümmersuche) zugute, sowie bei Einigen auch beim Hüten – mit einem starken Wesen und z.T. fast schon unheimlichen Nervenkostüm und Ausdauer bei der Arbeit die er lieben gelernt hat. 
Wie sieht die Realität aus? Welcher Käufer holt sich einen Welpen bewusst zu Zugzwecken? Ehrlicherweise muss man sagen das die meissten Käufer just for fun beginnen, sich einen Samojeden holen weil sie allgemein sportlich activ sind und einen aufgeschlossenen vierbeinigen Gefährten suchen. Wenn der Samojede ziehen möchte, kriegt er seinen Menschen dann auch soweit. Denn Fahrrad fährt ja wohl fast jeder sportliche Mensch mit seinem Hund einmal. Macht es beiden Spaß, ist der Grundstein gelegt, für ein erfolgreiches Weiterarbeiten im Schlittenhundesport.
 
           
  
   Der Samojede als Zughund 
   
Sollte  man in der Zucht und Haltung des Samojeden hauptsächlich den Schlittenhund sehen?

Meist läuft es doch so, das man just for fun beginnt und wenn man sportlich ist und der Samojede ziehen möchte, krieg er seinen Menschen dann auch soweit. Weil Fahrrad fährt ja wohl fast jeder sportliche Mensch mit seinem Hund mal.

In der Zeit wo viele Musher aufhören, diese Sportart zu betreiben (Klimawandel, Spritgeld, stark eingeschrängte Trainingsmöglichkeiten im Wald, Schwierigkeiten in der heutigen Zeit bei Mehrhundehaltung usw.) ist die Zucht, der Verkauf und die Haltung des Samojeden als reiner Schlittenhund zu überdenken. Wie oft und wie lange im Jahr kann er eingespant werden? Was passiert in der Zeit, in der es zu warm ist – dann kann man nur wandern, weil er sich dann angeblich für nichts anderes eignet?! Was passiert mit dem Schlittenhunde-Welpen der rein auf Zugpassion gezüchtet wurde (oft bewusst seit meheren Generationen), der dann aber keinen Musher findet der ihn später entsprechend auslastet?! Selektiert man in der Zucht nur nach Zugwillen und Schnelligkeit, besteht die Gefahr Hunde zu erhalten, die beim normalen Laufen an der Leine kaum noch zu führen sind, die schlechter „lenkbar“ sind. Das heisst dann im eingezäunten Grundstück bleiben oder eingesperrt werden. Dann hat man aber vielleicht Hunde die im Gespann hauptsächlich stur ziehen und rennen wollen, die sich die Kraft nicht einteilen können.

Wäre der Samojede kein Allrounder, besässe er einzig die Eignung als Zughund, könnte dies das Aus dieser Hunderasse bedeuten.

Beispiel aus jüngster Zeit: Die Schafhirten / Schäfer. Um den Fortbestand der Altdeutschen Hütehunde mit all seinen Schlägen zu sichern, mussten sie lernen ihre Hunde auch an „Privatleute“ ab zu geben, die diese erfolgreich im Hundesport führen. Dank der AAH und dem Einsatz der Hunde als Familienhunde in verschiedenen Sportarten konnte die Population gerettet und in kurzer Zeit wieder erhöht werden.
Auch der Samojeden braucht solche sportlichen „Privatleute“ für den Fortbestand der Rasse! 
 
           
  
 
REDFLOAT1    Dank der Förderung durch Marina, ist unsere Peppy Onida beautiful of Whiteline, eine vorzügliche Allrounderin geworden, die ihre verschiedenen Eignungen voll ausleben kann. Einfach auf Onidas Bild klicken und man gelangt auf ihre Homepage:
 
 
Butten Onidas Homepage
   

    Marina bietet inzwischen auch entsprechende Kurse an:

Bindung durch Beschäftigung      http://www.workontour.de/index.html

           
 
 
Meine Verhaltensbeobachtungen, die erlebnissreiche Aufzucht der Samojeden mit dem Zuchtziel des „Allrounders“  decken sich erstaunlicherweise mit dieser Dissertation von Antje Günther aus dem Jahre 2009 (Physiologisches Institut der Tierärztlichen Hochschule Hannover u. Zoologisches Institut der Christian-Alberts-Universität zu Kiel)Verhaltensontogenese bei Hundewelpen der Rasse Samojede in den ersten acht Lebenswochen:  http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/guenthera_ss09.pdf
 
 
 
Auch die OWS in den USA widmet sich der Förderung der vielseitigen Fähigkeiten des Samojeden:  

     Die OWS in den USA (einfach den Butten anklicken):  REDFLOAT1  y-g-button-3  

 
Als Ende 1960 Anfang 1970 immer weniger Samojeden als Schlittenhunde zum Einsatz kamen und es auch sonst wenige Aktivitäten gab, gründeten Samojedenliebhaber die OWS ( Internationale Organisation für Samojeden Enthusiasten). Der Samojede galt als zu halsstarrig (eigenwillig), zu leicht ablenkbar und zu langsam, um überhaupt als Arbeitshunde konkurrenzfähig zu sein. Aber eine Handvoll Samojedenliebhaber bewiesen, das der von Natur aus sorglose Samojede ein entschlossener und freudiger Arbeiter sein kann und ermutigten andere Besitzer ebenfalls mit den Samojeden zu arbeiten. Die Mitglieder in der OWS möchten u. a.: Die Arbeits-Eignung des reinrassigen Samojeden unterstützen und fördern. Die Arbeits-Fähigkeit auf höchstem Nivea weiter entwickeln. Andere Besitzer ermutigen die Rasse-Interessen durch Einhaltung hoher Qualität zu erhalten und zu fördern.
Durch den Einsatz reinrassiger Samojeden in den Bereichen: Obedience, Agility, Herding = Hütehundearbeit, Sledding = Schlittenarbeit, Weight Pull = Gewicht ziehen und Skijoring
Eine vollständige Liste der Samojeden, die im Samoyed Club of America (SCA) verdientermassen Arbeitstitel erhielten findet man hier:   List of Working Titled Samoyeds (maintained by Linda von Hanneken-Martin)
             

                  

 
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