Obedience

 DIE HOHE SCHULE DER UNTERORDNUNG

Es handelt sich um eine „moderne“ Hundesportart, bei der es besonders auf harmonische , exakte und schnelle Ausführung der Übungen ankommt. Ein eingespieltes, gut funktionierendes Mensch-Hund-Team ist eine Grundvoraussetzung. „Harmonie“ erreicht man nur, wenn der Hund seinem Menschen vertraut und Spaß an der gemeinsamen Arbeit hat. In den Klassen Beginner,  1 und 2 wird der „Umgang Mensch Hund“ als eigene Übung gewertet (freudige Arbeit des Hundes und gute Verständigung zwischen Hund und Hundeführer). Bei den Prüfungen geht es nicht allein um den Gehorsam des Hundes, eine große Rolle spielt auch seine Sozialverträglichkeit mit anderen Menschen und Artgenossen. Beim Obedience gibt es kein festgelegtes Schema für Prüfungen. Der Hundeführer erfährt erst während der Prüfung, welche Übungen wie zu absolvieren sind.

Vor der ersten Obedience-Prüfung muß der Hundeführer eine Begleithundeprüfung ablegen, zu der die bekannten Gehorsamsübungen wie zum Beispiel FUSS laufen, SITZ aus der Bewegung und PLATZ MIT ABRUFEN gehören. Beim Obedience kommen noch einige weitere Übungen hinzu (Beschreibung, siehe weiter unten von Brigitte Schmid).

Leider war es mir bisher nicht möglich, mit meinen Samojeden Obedience aus zu üben. Doch kenne ich Samojeden-Besitzer, die mit ihren Samojeden in dieser Sportart mit viel Freude und Erfolg, arbeiten. Brigitte Schmid, die ich seit fast 30 Jahren kenne (Samojeden-Züchterin und Musherin) arbeitet heute gleichfalls mit ihren beiden Samojeden in dieser Sportart. Sie erlaubte mir, ihre Abhandlungen und Foto`s hier ein zu fügen. Herzlichen Dank dafür!  

Möttlingen 2009: Abschlussfoto mit 4 erfolgreichen Nordischen Prüfungshunden

Möttlingen 2009: Abschlussfoto mit 4 erfolgreichen Nordischen Prüfungshunden

 

  stline7

 
              OBEDIENCE   Textcopyright: Brigitte Schmid
 
  • Was ist das eigentlich?        
  • Und ist das was für unsere Nordischen?
 
 
Wenn mich jemand fragt: „Was machst Du da eigentlich?“ oder “ Was ist Obedience?“
Dann versuche ich es ertmal mit einem Vergleich im Pferdesport zu erklären: Agility entspricht im Pferdesport dem Springreiten und Obedience dem Dressurreiten. So kann man es am einfachsten erklären. Aber, als einfach, darf man es sich trotzdem nicht vorstellen. 
 
  • Was machen denn nun die Obedience-Hundesportler?
 
Seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschlandeine Prüfungsordnung vom VdH. Die Prüfungsordnungen der einzelnen Länder sind nur in der obersten, der Kasse 3 oder FCI Klasse, auf der ganzen Welt gleich. Sonst wäre es nicht möglich auch Europa- und Weltmeisterschaften durchzuführen. Diese großen Meisterschaften sind immer an die Welt- oder Europa-Rassehundeausstellungen angeschlossen. An diesen, ganz großen Meisterschaften, sind dann auch nur Hunde mit FCI Papieren (Zuchtbuch-Registrierung) zugelassen.  
  
Die deutsche Prüfungsordnung (VDH) sieht 4 Klassen mit jeweils steigenden Anforderungen vor: 
 
Es fängt mit der Beginnerklasse an und geht von Klasse 1 bis zur Klasse 3. In die nächst höhere Klasse kann man erst aufstegen, wenn man ein „vorzüglich“ erreicht hat. Wenn man einnmal in der nächst höheren Klasse gestartet ist, kann man nicht mehr zurück.
 
In jeder Klasse gibt es 10 Übungen, die man zeigen muss.
Außer in Klasse 3 wird in den unteren Klassen auch noch
der Umgang mit Mensch-Hund bewertet. Sind die beiden ein Team, ist der Hund ängstlich, der Hundeführer zu streng, zeigt der Hund Meideverhalten oder ist er aggressiv, all das beeinflusst hier die Punktevergabe.
 
Zur Punktevergabe: 
 
Man kann für jede Übung maximal 10 Punkte bekommen. In Schritten von halben Punkten geht es abwärts bis 5 Punkte, darunter ist alles Null. Jede Übung hat ihre eigenen Koeffizienten. Das heisst, je nach Schwere der Übung wird die Punktzahl bis maximal 4 multipliziert und so erhält man dann 32 Punktefür diese Übung. Die Übung Metallaport wird nur mit 2 multipliziert. Das ist alles in der Prüfungsordnung genau geregelt.
Wenn man weniger als 192 Punkte hat, hat man leider nicht bestanden. Von 192 – 223,5 Punkten ist man im „gut“ Bereich; „sehr gut“ bekommt man von 224 – 255,5 Punkten und „vorzüglich“ von 256 – 320 Punkten.
  • Wesensfestigkeit, vor allem gegenüber anderen Hunden
  • Ablage (alle Hunde werden gleichzeitig abgelegt) 
Alle Klassen beginnen mit den so genannten Gruppenübungen.
 
In Gruppen vom mindestens 3 und maximal 7 Teams sitzen oder liegen die Hunde in einer Reihe ab und die Hundeführer entfernen sich. Je höher die Klasse, desto länger müssen die Hunde dort reglos verharren. Gesteigert wird das in den oberen Klassen dadurch, das die HF (Hundeführer) außer Sicht gehen.
 
Anschließend kommen die Einzelübungen,
 
die gleich mit Fußarbeit anfangen. Ab Klasse 2 nur noch ohne Leine. Es gibt Winkel, rechts/links kehrt, 8er, Slalom, 2 Schritte seitwärts rechts, links und zurück, Laufschritt und langsamer Schritt. 
Kommen mit STEH (Klasse2) und mit PLATZ (Klasse 3). Hierbei wird der Hund abgelegt und der HF geht mindestens 25 Meter weg.
Von da wird der Hund gerufen, aber auf halber Strecke ins STEH gebracht. In Klasse 3 auf 1/3 der Strecke ins STEH und auf 2/3 ins PLATZ, das ganze aber möglichst aus dem Galopp. 
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  •  Vorausschicken in eine Box (Quadrat aus 4 Pylonen) 

 Eine wichtige Übung ist noch die Box. In Klasse 3 sieht das so aus: Der Hund wird zuerst zu einer Markierung 10 Meter vor dem HF geschickt. Von dort wird er je nachdem, nach rechts oder links, in ein 3 x 3 Meter großes Quadrat, 25 Meter vom Ausgangspunkt entfernt geschickt, wo er sich auf Anweisung hinlegen muss. Auf Anweisung geht der HF zum Hund. Jedoch 2 Meter vor ihm, wird er angewiesen, in Richtung des Startpunktes zurück zu gehen. Nach ca. 10 Metern ruft er den Hund ins FUSS.

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Alle Übungen hier aufzuführen würde etwas den Rahmen sprengen.  
Es gibt natürlich auch Apportierübungen auf ebener Erde, mit Sprung, Holz- und Metallgegenständen.
Suchen von Gegenständen/ Geruchsidentifikation 
  
Außerdem eine Geruchsunterscheidung, bei welcher der Hund ein Hölzchen aus gleich 6 Gleichen herausfinden muss, welches der HF vorher in der Hand hielt.
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Die Distancekontrolle:
 
Hier zeigt der Hund, auf Ruf und Sichtzeichen hin, aus einer Distancz von mindestens 15 Metern, alle 3 Positionen. Dabei darf er sich aber nicht mehr als eine halbe Hundelänge von seinem Ausgangsplatz wegbewegen.
 
Leistungs-Richter und Ring-Steward:
 
Bei „normalen“ Prüfungen richtet ein Richter. Auf den ganz großen Meisterschaften drei Richter. 
Eine Besonderheit beim Obedience ist der Ringsteward. Der HF darf keine Kommandos ohne seine Anweisung geben. Der Rindsteward soll das Team sicher und ruhig durch die Prüfung führen.   
 
Warum mache ich mir die Mühe und schreibe diesen ewig langen Beitrag?
 
Ihr habt Euch für einen nordischen Hund entschieden, sei es ein Husky, Samojede, shiba oder …
Ihr habt bestimmt auch schon oft zu hören bekommen: Ein Nordischer? Den kann man doch nicht erziehen!
Vielleicht wolltet Ihr auch gerade diese Rasse, weil sie noch so ursprünglich ist.
Allerdings wohnen wir alle nicht in den Weiten Alaskas, Sibiriens, oder Skandinaviens und sind hier, im engen Deutschland, immer mehr Zwängen und Vorurteilen ausgesetzt. Deshalb haben Viele auch nur einen oder höchstens zwei Hunde. Und ein gut erzogener Hund, fällt immer nur positiv auf!
Gerade die Einzelhundebesitzer sollten ihre Hunde nicht nur körperlich, sondern auch geistig auslasten.
 
Warum also nicht mal Obedience versuchen?   
 
Hier wid ausschließlich mit positiver Bestätigung gearbeitet. Mensch und Hund müssen die Köpfe ganz schön rauchen lassen bis sie verstehen, was der andere von ihm will. Man muss schon vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer werden. Im Prinzip geht es darum, dem Hund, ohne Gewaltanwendung zu zeigen, was man von ihm will. So wie Robinson Crusoe Freitag erklären musste, was Sache ist, ohne daß der Eine die Sprache des Anderen kannte.
 
Nun mag der Ein oder Andere von Euch sagen: Ist mir doch egal, ob der Hund vor, hinter oder auf mir sitzt, Hauptsache er setzt sich, auf Befehl, irgendwann einmal hin. Sicher, für Ottonormalhund reicht das ja auch aus. Aber, ist das nicht einfach faszinierend, wenn man es geschafft hat, seinen Hund in die Position zu bringen, die man sich vorstellt, ohne ihn hinten runter zu drücken, oder mit der Leine in der gegend rum zu zerren? Und einen Nordischen einen Apport beizubringen, das ist beinahe eine Lebensaufgabe!
 
Mit Viiieeel Geduld und Spucke (lieber lecker Wurst oder Käse nehmen!) schafft man auch das. 
 
Am Leichtesten ist es natürlich, wenn man schon den Welpen mit Denksportaufgaben beschäftigt. Von Klein auf daran gewöhnt, sein Gehirn, auch für die Ausführung von Kommandos zu benutzen, fällt es den Hunden leichter, auch im Erwachsenenalter zu lernen. Außerdem wird die Bindung zwischen ensch und Hund viel intensiver.
 
DER WEG IST DAS ZIEL!                 
 
        
 
 
      stline7
 
      
 
 
 
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