Gedanken zum Agility / Breitensport mit Samojeden Textcopyright: Marina Arend und Adelheid Weiss
Agility – eine Sportart, die sich für alle agilen, gesunden Hunde mit nicht zu viel Körpergewicht und Größe eignet! Wendige Hunde sind am besten geeignet. Das Gleiche gilt für den Breitensport – der zwar nicht so hohe Ansprüche stellt, da z. B. die Hindernisse immer in gleicher Reihenfolge stehen, aber den Hund auch fordert. Zum Breitensport zählen noch die Bereiche Unterordnung und Geländelauf.
Agility und Breitensport fördern in wunderbarer Weise die Bindung und den Gehorsam der Hunde. Oft ist ein Samojede nur „ungehorsam“ und oder macht zu Hause Blödsinn, weil es ihm mit seinen Menschen zu langweilig ist. Etwas Training – auch wenn es just for fun ist – und plötzlich fängt der Hund an, nach seinen Menschen zu schauen, auch im normalen Leben zu kommen, wenn er gerufen wird. Weil es könnte ja sein, das sein Mensch mit ihm spielen will.
Egal welche dieser Sportarten man ausübt, es kommt doch einfach auf das gemeinsame Tun, das gemeinsame Spiel an. Wie sicher der Samojede dann arbeitet, das liegt einfach an der Einstellung zu diesem Sport, an der Konsequenz und am langsamen Aufbau (da wird leider oft zu schnell zu viel verlangt – gerade beim Agility). Das der Samojede irgendwo drüber springt oder drunter her geht ist allein Ausbildungssache.
mit unseren Samojeden Textcopyright: Adelheid Weiss

Wie die meissten Anfänger in Sachen Samojede gelangten wir auch irgendwann auf einen Hundeplatz. Der erste Hundeplatz direkt am Ort war spezialisiert auf Schutzhunde. Hier waren wir die „Exoten“. Was stark auffiel, war die sehr gute Verträglichkeit meiner Samojeden (egal ob Rüden oder Hündinnen) mit den anderen Rassehunden (Rottweiler, Dobermann, Schäferhunde, Riesenschnauzer). Viele Hunde die sich untereinander nicht so gt verstanden verhielten sich unseren Hunden gegenüber aufgeschlossen und neutral und genossen es mit ihnen zu rennen und zu spielen. Da der Samojede ja bekanntermassen kein Schutzhund ist, beschränkte sich die Ausbildung zunächst auf die Unterordnung und Begleithundeprüfungen. Erstaunlich für mich war, das alle Samojeden die Prüfungen beim ersten Mal schafften, dabei Punktemäßig ganz oben dabei waren und sogar zwei Hunde als beste der Prüfungsgruppe abschnitten.
Es folgte dann der Geländelauf und der Turnierhundesport. Ich wechselte in einen anderen Verein in dem diese Disziplinen an erster Stelle standen.
Nach der Grundausbildung, die ich mit den Hunden machte, gab ich unsere Samjeden auch an andere Vereins-Sportler ab und Kinder.
Im Turnierhundesport „glänzte“ in erster Linie KISSES mit seinen Leistungen. An dieser Selle möchte ich vor allem STEPHAN Schneider hervorheben, der beachtliche Erfolge mit Kisses im Vierkampf und dem Hindernisslauf erzielte.

Von den 6 Wettbewerben, welche Stephan mit 12 Jahren innerhalb eines halben jahres bestritt, gewann er 5 x souverän den 1. Platz u. 1 x immerhin den 2. Platz. Sie waren ein Dreamteam obwohl sie aus widrigen Umständen in der Zeit nur 3 x kurz miteinander üben konnten.

Die Laufdiel

Slalom-Lauf

Noch dazu ging Kisses parallel seinem „Hauptberuf“ als Leader nach auf Rennen, Touren und im Training. Dennoch zügelte er sein Temperament und passte sich seinem zweibeinigen Sportsfreund an. Bei der Vorbereitung zum ersten Turnier mit Kisses hatte Stephan nur die Schrittfolge ohne Hund einüben können, trotzdem gewann er seinen ersten Vierkampf (einem Anfängerturnier mit 6 Startern), mit einem ersten Platz. Beim zweiten Vierkampf erreichten sie in der Unterordnung (Freifolge, Platz-, Sitzübung usw.) hervorragende 57 von 60 möglichen Punkten!
Für ihren schnellsten Hindernisslauf benötigten sie 25,87 Sekunden.
Am 18.02.2000 wurde STEPHAN die dhv-Leistungsnadel in Silber überreicht. Von den 1857 Punkten schaffte er 980 ausschliesslich mit KISSES.
Am gleichen Tag erhielt auch mein Sohn SVEN und ICH SELBST die Leistungsnadel in Silber (1500 Punkte) und in Bronce (2000 Punkte). Sven hatte für die Broncenadel 2590 Punkte gesammelt.
Davon erreichte Sven mit unserer ANUSCHKA 567Punkte (2 km Geländeläufe, Vierkämpfe, Hindernissläufe), mit KISSES 1931 Punkte (2 km u. 5 km Geländeläufe, CSC-Mannschaftskampf, Vierkämpfe, Hindernissläufe). Ihren größten Erfolg erlangten Kisses und Sven bei einem CSC Jugend-Mannschaftswettkampf in der Messehalle in Stuttgart. Dort erreichten sie trotz starker Konkurenz den 3. PLATZ (siehe nachfolgende Bilder)!


Ich hatte 2010 Punkte für die Broncenadel gesammelt. 629 davon ebenfalls mit KISSES (2 km u. 5 km Geländeläufe, Vierkämpfe, CSC-Einzelkampf, Hindernissläufe, Team-Test) und mit ANUSCHKA 1656 Punkte (2 km Geländeläufe, Begleithundeprüfungen, Vierkämpfe, Hindernissläufe, CSC-Mannschaftskämpfe).
Schon allein daraus ergaben sich insgesamt für KISSES 3540 Punkte und ANUSCHKA 2223 Punkte! Aber das war noch nicht alles! Beide Samojeden nahmen noch an weiteren Hindernissläufen und CSC Mannschaftsläufen (2 Jugendliche u. 1 Erwachsener) teil und verhalfen den Vereins-Sortlern zu einigen Extrapunkten.
Natürlich erreichten die meissten unserer anderen Samojeden auch Leistungen in verschiedenen swhv Bereichen (Wettkämpfen, Turnierhundesport, Prüfungen), ich möchte es aber bei der Aufzählung der Haupterfolge von KISSES und ANUSCHKA belassen.

Was mich am meisten beeindruckte, war aber die Tatsache, das unsere Samojeden verhältnissmäßig wenig auf dem Hundeplatz üben konnen, da wir zum Teil ein halbes Jahr (Herbst bis Frühjahr) gar nicht dort waren, sondern im Schlittenhundebereich hart arbeiteten und dennoch ganz oben mitspielten bei der Punktevergabe.
Im Laufe der Jahre, mit der schnellen Verdoppelung der Hundeanzahl wegen zunehmender Schlittenhundearbeit im Middel- und Longtrailbereich und meiner schlimmen Knieverletztung, verabschiedete ich mich aus dem Breitensportbereich. Dies viel mir zunächst unglaublich schwer zumal der neue Sportbereich Agility mir sehr zusagte und die Hunde schnell Fortschritte machten.
Doch freue ich mich immer wieder Vereinsmitglieder zu sehen wenn ich mit einem Welpen/Junghund auf den Hundeplatz gehe um mit ihm die Grundkommandos ein zu üben und das Spiel mit Gleichaltrigen zu ermöglichen.
