Einige Züchter und Halter (u.a. Frau Post: www.eurasier.de u. ich selbst: www.samojeden-info.de ), stellten diese Informations-Seite zusammen, allerdings haben sich die E-Mail und HP-Adressen seither geändert. MERKBLATT für Samojeden-Interessierte, erstellt von Dr. Barbara Post (einfach das Bild anklicken):
SEIN URSPRUNG
Hunderassen ist der Samojede eine der ältesten und kommt dem eigentlichen Ursprungsbild am nächsten. Trotz seiner eleganten und liebenswürdigen Erscheinung ist er ein robuster Naturbursche und Arbeitshund geblieben, hat sich noch viel vom ursprünglichen Charakter, dem Temperament und dem Aussehen seiner Ahnen bewahrt.
DER SAMOJEDE; KULTURGUT DER NOMADEN
Der Samojeden-Volksstamm (nach denen diese Rasse benannt wurde) lebte im hohen Norden, -in einer der unwirtlichsten Gegenden dieser Erde-, zwischen dem Uralgebirge und dem Jenissei-Fluss. Sie selbst nennen sich Nenzen und lassen sich in vier Gruppen unterscheiden: Tawgg- und Awam Samojeden, Jenissei- und Ostjak- Samojeden, Juraken. Die Samojeden halfen ihren ursprünglichen Herrn, den Rentiernomaden im Überlebenskampf: Sie zogen die Lastkähne. die transportablen aus Tierhäuten gefertigten Stangenzelte, die Ausrüstung, die Jagdbeute und die Menschen, suchten und fanden den Weg über die Schneesturm-Steppe und das tückische Moor. Sie dienten freudig als Jagdgehilfen, meldeten Herankommende, hüteten die Rentierherden im Sommer auf der baumlosen Tundra und im Winter in der bewaldeten Taiga. Verstärkt ab 1950 wurden die Samojeden zwangskollektiviert und Maßnahmen zur Sesshaftmachung getroffen. Dennoch haben sie ihre kulturellen Eigenarten bewahrt und manche kehrten bereits zurück zu ihrem ursprünglichen Nomadenleben. Die Samojeden sind ein einfaches, friedliches Volk, welches dem Schamanenkult huldigt. Ihre Kleidung fertigen sie aus Tierfellen (Rentier, Eisbär,Hund), welche sie aufs vorzüglichste gegen die arktische Kälte schützt.
MENSCH UND HUND
Sie waren niemals Feinde, nie Konkurrenten, teilten Entbehrungen, Kälte und Freundschaft. Die Hunde standen bei ihren Besitzern in hohem Ansehen, durften mit in die Zelte (Jurten), spielten den Babysitter, dienten als Abfallbeseitiger und lebende „Wärmflaschen“. Dies prägte sie nachhaltig und spiegelt bis heute in allem was sie tun wieder, machte sie zu liebenswerten, menschenfreundlichen und anschmiegsamen Gefährten, mit einem einmaligen und selbständigen Charakter.
GESCHICHTE
Die Hunderasse Samojede in Europa: Obwohl seit 1698 in verschiedenen Reiseberichten über die Bjelkiers (weissen Hunde die weiss gebären) oder Voinaikas (=russische Bezeichnung), den dickfelligen meist weissen Hunden der „primitien“ Naturvölker berichtet wurde, gelangten sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Menschen, als die Polarforscher Amundsen (siehe Bild: Expedition am 20.10.1919)
Nansen, Scott, Jackson, Borchgrevink, Fiala Harmsworth und Shackleton (siehe Bild in der Pinguinkolonie)
außer anderen Hunden auch die freundlichen, genügsamen, ausdauernden und leistungsbereiten Samojeden vor ihre Lastschlitten spannten.
Als der Engländer Mr. Ernest Kilburn-Scott von der Royal Zoological Society im Jahre 1880 die Gelegenheit hatte eine Expedition nach Archangel zu begleiten wurde er aufmerksam auf einen sehr reizenden, pummeligen Welpen. Hiermit begann seine Liebe zum Samojeden und er erwarb später noch mehrere Hunde von Forschern oder direkt aus Sibirien. Dies war der Beginn der Zucht außerhalb Sibiriens.
Miss Ivy K.Scott mit Farningham Samojeden:
Bald akzeptierte man nur noch weiße, bisquitfarbene und cremefarbene Hunde. Schwarze, schwarz-weiße oder Hunde mit anderen Combinationen wurden von der Zucht ausgeschlossen. 1909 wurde der Samoyede Club in England gegründet. Im Jahre 1947 ließ man das „e“ dann weg.
Hier sieht man die ersten englischen Importhunde zusammen mit den ersten Nachkommen, ca. 1905:
In erstaunlich kurzer Zeit gelang es Scott und den wenigen anderen Züchtern die Rasse zu vereinheitlichen und als erste Schlittenhunderasse offiziell anerkennen lassen. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gelangten die ersten Samojeden nach Amerika. Von England und Amerika aus wurden dann die ersten Hunde nach Europa gebracht.
In abgelegenen Gebieten gibt es noch Heute Samojeden. Allerdings gelangten keine mehr zu Zuchtzwecken in die Amerikanisch, Englische oder Europäische FCI-Zucht.
Hier sieht man den Samojeden NOHO ein ursprünglicher Samojede, Yamal 1962:
WESEN UND CHARAKTER
Der Samojede ist: Intelligent, zuverlässig, neugierig und immer zuständig für alles und jedes, ist der Samojede ein „Allrounder“.
Er ist ein aufgeweckter, wacher Hund aber niemals ein Wachhund! Auf Grund seiner großen Menschenfreundlichkeit eignet sich diese Rasse keinesfalls für den Schutzhundbereich! Sein berühmtes Samojedenlächeln bringt er mit und packt es - quasi als tägliches Geschenk – aus, verschenkt es großzügig an Gäste, Haustiere, Artgenossen und Mitbewohner. Der Samojede sucht die Nähe des Menschen, bei Tag und in der Nacht. Allein gelassen in einem Zwinger oder Stall verbannt, verkümmert er. Der Samojede muss in den Tagesablauf mit eingebunden werden, sollte aber auch von Welpenbeinen an lernen einmal allein zu bleiben.
Er ist sehr kinderfreundlich, sofern die Sprößlinge den Hund in Ruhe lassen, wenn er sich zurückzieht.
Der Samojede ist niemals ein Unruhestifter, solange er mit ausreichendem Kontakt zu Artgenossen aufwuchs. So schließt er sich gerne an andere Hunde an und geht Raufereien meist aus dem Weg. Er kann sich aber durchaus wehren wenn er gezwungen wird, zu kämpfen.
ANSPRÜCHE
Samojeden sind keine Sportgeräte die jeden Tag stundenlang rennen müssen um glücklich zu sein und sie sind keine Einmannhunde. Vielmehr brauchen sie Familienanschluss, geistige Anregung und gemeinsame Unternehmungen mit ihren Menschen. Der Samojede benötigt täglich ca. 2 Stunden Auslauf, langweilt sich jedoch bei immer der gleichen Routine. Heutzutage stehen dem Besitzer viele Beschäftigungsmöglichkeiten offen wie etwa die Rettungs- und Therapiehundarbeit, der Turnierhundesport, das Agility oder der Flyball, die Zugarbeit (Pulka, Trainingswagen, Schlitten), das Fahrradfahren, Joggen oder Wandern (auch Packtaschen tragen).
DER SAMOJEDE ALS SCHLITTENHUND
Er ist ein ausdauernder Traber, welcher auch schwere Lasten über einen längeren Zeitraum hinweg zu ziehen vermag, er ist aber niemals ein Sprinter. Liebt man die Geschwindigkeit, so sollte man sich lieber einen Husky nehmen.
ERZIEHUNG
Der Samojede ist ein selbständiger Hund und nicht sehr unterordnungsbereit. Militärischer Drill oder Prügel machen ihn unnahbar und verstockt. Bei sehr konsequenter, aber liebevoller Führung, einer menge Zuwendung, der nötigen Geduld und entsprechendem Lob im richtigen Augenblick, sowie dem nötigen Wissen über seine ursprünglichens Verhalten, ist der Samojede sehr lernfähig und vielseitig einsetzbar. Seine Vorliebe für kleine Leckerbissen und die aussergewöhnliche Freude an jeglicher Art von Arbeit, am beschäftigt werden, kommt einem hierbei zugute.
Sicher, es ist manchmal schwer sich gegen einen Hund durch zu setzen, welcher einem fröhlich grinsend entgegenblickt und Luftsprünge vor Freude macht.
Diese Hunde entwickeln erstaunliche Kräfte, wenn sie mit ihren Besitzern spazieren gehen, mit aller Kraft voranstreben und an der Leine ziehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn man das Tier überwiegend frei laufen lassen kann.
DER JAGDINSTINKT
Er ist zum Glück beim Samojeden nicht so stark ausgeprägt wie bei den anderen Schlittenhunderassen. Man sollte aber bereits den Welpen daran hindern, hinter allem was sich bewegt, her zu laufen. Der Hund sollte sich nie zu weit von seinem Besitzer entfernen. Dieser muss beispielsweise Wild vor seinem Hund sehen, ehe der Samojede dies erblickt und ihn zu sich heranrufen können, ehe er „durchstartet“.
IM HAUS UND GARTEN
Besitzt man einen Garten, so sollte man diesen einzäunen, denn der Samojede ist kein „haus-gebundener“ Spitz. Unbeschäftigt und unbeaufsichtigt wird er zum Streuner. In Bezug auf die Gestaltung eines Gartens hat der Samojede seine ganz persönlichen Ansichten. Im Haus ist der Samojede ruhig und angenehm zu halten.
BELLEN
Sobald er nach draußen geht, erwacht sein Temperament und bei manch einem Vertreter auch seine Bellfreude. Bellen sollte man von Anfang an konsequent unterbinden bzw. einschränken.
Mit Sicherheit wird es einem mit einem Samojeden nie langweilig werden.
PFLEGE
Bei regelmäßiger Pflege (1-2x wöchentlich gründlich Bürsten) ist das Fell des Samojeden pflegeleicht und ohne den üblichen Hundegeruch. Der Fellwechsel erfolgt ca. 2x jährlich. Dann verliert der Hund eine Menge Unterwolle und muss öfter gebürstet werden. Man sollte Samojeden möglichst wenig baden, da sie ein leicht fettiges „selbstreinigendes“ Fell besitzen.
SOMMERHITZE
Viele Menschen glauben, dass diese nordischen Hunde auf Grund ihres dicken Fells in unseren Breitengraden unter der Sommerhitze leiden. Das ist aber nicht der Fall. Ein Fell von vorzüglicher Qualität schützt den ausgewachsenen Samojeden ebenso vor Kälte als auch vor Hitze. Es wirkt sozusagen als Isolator. Solche Samojeden legen sich selbst bei hohen Temperaturen in die pralle Sonne und geniessen dies offensichtlich. Natürlich geht man nicht gerade im Hochsommer zur Mittagszeit spazieren und sorgt für einen kühlen Platz in Haus und Garten, an den sich der Hund bei Bedarf zurückziehen kann.
WACHSTUM
Samojeden gehören zu den schnellwachsenden, mittelgroßen Rassen, welche zu Hüftgelenksproblemen neigen. Darum sollte man vor allem beim Welpen und Junghund darauf achten, dass die Nahrung nicht zu reichhaltig ist, nicht zu viele Rohproteine enthält und das Calcium/Phosphor Verhältniss stimmt. Da Samojeden gute Futterverwerter sind, ist eine regelmäßige Gewichtskontrolle obligatorisch. Heranwachsende Hunde sollten anfangs auch nicht zu lange, dafür lieber öfter spazieren geführt werden. Mit dem Springen und Ziehen sollte erst ab ca. 11 Monaten begonnen werden.
AUSSEHEN
Das leuchtend weiße Fell wird zwar von vielen Besitzern, Züchtern und Richtern bevorzugt, jedoch sind Tiere mit bisquit- oder cremefarbebem Fell für die Erhaltung des schwarzen Hautpigmentes unerläßlich. Die Augenfarbe ist mittel- bis dunkelbraun. Blaue Augen führen zur Disqualifikation.
GRÖSSE
Die Schulterhöhe beim Samojeden-Rüden beträgt 54-60 cm und bei der Hündin 50-56 cm.
ALTER
Die Lebenserwartung liegt bei 13-14 Jahren.
WEITERE INFOS zur Samojeden-Rasse auf dieser Homepage von Webmaster Dr. Barbara Post (einfach auf das Bild drücken):

